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25. Juni 2016 | David

Der Kompensator wird mit einem PS abgeschleppt und am Nordkap sehen wir fast nichts außer Nebel

Nach einer entspannten Nacht an dem traumhaften Fleckchen ging es nun weiter in Richtung des nördlichsten Punktes Europas, dem Nordkap. Wir genossen noch einmal den Lyngenfjord und machten uns unterwegsauf die Suche nach einem WLAN-Spot. Ist in Stadtnähe McDonalds eine sichere Adresse, ist es in dem weitläufigen und nicht sehr dicht besiedelten Norden Norwegens schon etwas schwieriger. Fündig wurden wir dann in einem Coop-Supermarkt, der nicht nur WLAN sondern auch noch kostenlosen Kaffee bereitstellte. Leider ließ die Geschwindigkeit sehr zu wünschen übrig, so dass wir für die ersten 100MB schon fast eine Stunde und 4 Tassen Kaffee benötigten.

Und dann kam die Wende: „Hey guys, is this your cool car outside?“ „Sure“, war unsere Antwort und die blonde, sympathische Norwegerin verschwand im Supermarkt. David dachte nicht lange nach und sprang auf um den nächsten Fulda-Reifenwechsel einzuleiten. Kurz die Idee geschildert, war Jenny sofort begeistert und ludt uns sogar noch zu sich nach Hause ein, da sei das Internet viel schneller und sie hat sogar auch Pferde. Jenny war so cool und im positiven Sinne verrückt, dass uns sofort klar wwurde dass sie genau die Richtige ist, um neben der Tauschaktion auch eine weitere BSC-Challenge zu absolvieren.

Wir fuhren also mit Jenny zu ihrem idyllisch zwischen zwei Bergmassiven gelegenen Haus mit kleiner Pferdekoppel und Seeblick. Wir durften im Wohnzimmer Platz nehmen und während wir Bilder und Videos hochluden, erzählten wir Jenny vom Big Picture, also unserer Mission der CO2mpensio-App, der Rallye als Promotour, der Tausch- und der Baumpflanz-Aktionen. Das fand Jenny alles so cool, dass sie vor Freude direkt mit Gitarre ihre Interpretation norwegischer Kinderlieder mit deutschen – mehr oder wenig sinnvollen aber dafür umso lustigeren – Texten sowie einem weiteren Lied mit der norwegischen Form des Jodelns darbot.

Dann durften wir noch norwegischen „Brown-Cheese“ mit Marmelade probieren und wir gingen anschließend nach draußen, um die Challenge – unser Auto von einem Pferd ziehen zu lassen – anzugehen: „No problem, my Lyngen-horse is strong enough, she can tow you without any problem“. Und in der Tat, nach dem das Setup mit zwei Abschleppseilen stand ließen wir den Kompensator unter staunenden Blicken der Nachbarschaft durch das wunderschöne Norwegen ziehen. Für den Fulda-Reifenwechsel tauschten wir Kuli und Tasse gegen zwei wunderschöne Norweger-Socken und pflanzten dann auch unseren Baum für Norwegen. Jenny’s Freund Matthis kam dann auch früher von der Arbeit, um das Spektakel nicht zu verpassen und als VW-Enthusiast freute er sich riesig den Kompensator probefahren zu dürfen. Drei höchst amüsante Stunden vergingen wie im Flug und wir mussten die Einladung von Jenny leider ausschlagen, einige Tage länger zu bleiben. Kontaktdaten wurden ausgetauscht und wir verabschiedeten uns mit einer herzlichen Umarmung in Richtung Nordkap.

Auf den Weg in einer höher gelegenen Region konnten wir dann auch eine weitere BSC-Challenge erledigen, das Hissen einer Flagge auf einem Gletscher. Auf einem der schneebedeckten Hochplateaus Norwegens wurde das Rallye-Shirt kurzerhand zweckentfremdet und an einem Stock in Bergsteiger-Manier als Gipfelfahne gehisst, was uns weitere 20 Punkte für die Rallye-Competition einbrachte.

Der restliche Weg zum nördlichsten Punkt Europas stand dann ganz im Sinne der Natur- und Tierwelt: So konnten wir beide das erste Mal Rentiere aus nächster Nähe betrachten, hatten einen kurzen Schnack mit einem Fuchs, stoppten noch an einem Gebirgsbach um Ton- und Videoaufnahmen zu machen und beobachteten einen Fischadler an einem der wunderschönen Fjorde.

Schließlich kamen wir dann pünktlich um 01:00 Uhr kamen wir dann am Nordkap an, um den von der Rallye vorgesehen Timeslot zu nutzen und bis an den Globus, das Wahrzeichen des Nordkaps – vorfahren und das Erinnerungsfoto zu schießen, welches auch die Tagesaufgabe der Rallye darstellte. Die Bedingungen hätten mit dem starken Wind, leichtem Regen und Nebel bei arktischen 6° C zwar etwas besser sein können, der Kompensator und wir freuten uns dennoch die Hälfte trotz der anfänglichen Panne noch souverän gemeistert zu haben.

Dann ging es vorbei an der Schlange der anderen wartenden Teams zurück durch den dichten Nebel und wir fanden einen weiteren, traumhaften Schlafplatz auf saftig grüner Wiese mit Blick auf einen kleinen Fjord. Noch ein kurzer Snack bevor wir dann gegen 3.30 müde aber happy ins Bett fielen und wieder hervorragend schliefen.