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28. Juni 2016 | David

Petrozavodsk: Russland zeigt sich von seiner besten Seite

War unser ursprünglicher Plan bis St. Petersburg durchzufahren, entschieden wir uns dann doch etwa auf halber Strecke in Petrozavodsk, das an Europas zweitgrößten Binnengewässer, dem See Odega liegt. Dort steuerten wir zunächst das Stadtzentrum an, um Geld zu holen und ein paar Dinge online zu erledigen. Nach kurzer Diskussion mit der Parkwächterin um ihr klar zu machen dass wir erst einmal Geld holen müssten um sie zu bezahlen bekamen wir in der Bank den Tipp das am Bahnhof gelegene Cafe Central für Wlan anzusteuern und gönnten uns dort ein Pelmeni, Soljanka und eine Fischsuppe.

Das Bier dazu schmeckte so gut, dass es noch einige weitere wurden und wir dann zum bei bestem Wetter uns eine Abkühlung im See gönnten, was sich im Nachhinein als nicht so gute Idee herausstellte wie die zwischen erstaunt, belustigt und erschreckt schwankenden Reaktionen der Locals, als wir dies dann später erzählten. Das rostrote Wasser hätte uns ein Hinweis sein können, aber sei’s drum: Gut tat es alle mal! Wir schlenderten dann noch etwas an der Promenade lang und genossen die Abendsonne bevor wir in der nächstgelegenen Bar einen erinnerungswürdigen Abend mit Bier im CO2mpensio-Style und lokalen Leckereien einleiteten.

Auf der Suche nach der nächsten Location trafen wir dann Anna, die uns anstatt zur nächsten Bar zum Sonnenuntergangs-Hotspot brachte und sich die ersten 5 Minuten über unsere Bade-Aktion schlapplachte. An der Promenade trafen wir dann noch zwei 17-Jährige Moskauer die das erste Mal alleine reisen waren und ebenso wie Anna gut Englisch konnte so dass es eine super Unterhaltung in idyllischem Surrounding wurde. Als es dann frischer wurde zogen wir wieder ins Cafe Kuhnya – instinktiv sind wir in der Szenebar der Stadt gelandet die vom Hipster-Style auch in Berlin hätte sein können.

Zum Aufwärmen gab es zunächst einen landestypischen Schnaps (Limoncello) bevor wir die Drei dann auf etwas Exotischeres (Wodka) einluden. Mit Anna hatten wir einen absoluten Volltreffer gelandet: Sie ist Direktorin eines auf Ökologie und Nachhaltigkeit ausgerichteten Filmfestivals in Petrosawodsk und war daher von unserer App und der Aufofahrt für den Klimaschutz mehr als angetan und überredete uns kurzerhand, doch auch einen Film unserer für das Festival im April einzureichen. Beim Berichten über unsere Rallye-Challenges hat sie auch sofort Feuer gefangen und begann ihre Kontakte spielen zu lassen, was sich am nächsten Tag als sehr erfolgreich darstellte.

Weiter ging es dann in die nächste Location wo es dann ein feucht-fröhlicher Abend mit vielen neuen russischen Freunden wurde, was wir dann auch deutlich spürten als wir am nächsten Spätmorgen in dem mitten in der Sonne am See parkenden Auto aufwachten. Als Frühstückslocation gegen Mittag wählten wir dann wieder das Café Kuhnya wo nichts anderes als der Triple-Cheeseburger in Frage kam. Gegen 12.53 erhielten wir dann auch die Nachricht, dass wir uns um 13.00 Uhr mit Sergej – einem Journalisten der führenden Onlinezeitung der Region – in einem anderen Café treffen sollten. Markus sprang kurzerhand auf um das Auto zu holen und David bezahlte und konnte das Treffen zum Glück noch vor das Café verlegen in dem wir gerade waren.

Sergej war sofort begeistert von der Rallye, dem Auto, der App und von unserer Idee ein Bäumchen hier zu pflanzen. Anna kam dann auch direkt mit der perfekten Location: Gerade hatte ein kleines Urban-Gardening-Projekt in dem nahe gelegenen Park begonnen, was natürlich die ideale Location für uns war. Nach einigen Fotos und vielen Fragen konzentriere wurde das ganze Procedere dann auch gefilmt und es entwickelte sich eine lebhafte und sehr interessante Diskussion. Anschließend führten wir mit Sergej dann auch noch einen Reifenwechsel für Fulda durch und erhielten ein für die Region typisches Sauna-Utensil im Tausch gegen Tasse und einen für ihn als Journalist sehr nützlichen Kugelschreiber.

Doch das sollte es noch nicht gewesen sein, denn nun kamen zwei weitere Bekannte vom Vorabend die Anna uns für eine weitere BSC-Challenge organisiert hatte: So kam es dass wir zurück zum Hafen fuhren wo Andrej – professioneller Pianist – für uns ein Ständchen auf dem Dach des Kompensators spielte und dabei nicht nur von uns, sondern auch von den vorbeilaufenden Passanten, begeistert beobachtet und gefilmt wurde. Anschließend gönnten wir uns noch eine regionale Spezialität – die karelische Fischsuppe – bevor es für die Einheimischen wieder in Richtung Alltag ging. Wir entschieden uns erst später in Richtung St. Petersburg zu fahren um die Sonne – die wir in Skandinavien kaum zu Gesicht bekamen – noch zu genießen und gingen zum nahe gelegenen Strand des Onega-Sees.